Die Freiland-Schneckenzuchtanlage

Die Freilandanlage war und ist seit Beginn ein Erlebnis. Die Netze sind in die Jahre gekommen und der Strom soll ebenfalls abgeschafft werden. Das hat uns dazu bewogen, neue Zaunformen zu entwickeln. Nach einer jahrelangen Probephase wird die neue Anordnung und mit einer neuen stromlosen Einzäunung umgesetzt (im gleichen Rahmen wie gehabt). Mit Kräutern, Futterpflanzen und Schneckenfeldern wird es neue Bereiche zu bestaunen geben. Die Schneckenfarm ist und bleibt ein Erlebnis - ein Schneckenerlebnispark eben.

Auf dem Riethof in Elgg befanden sich zu Beginn 15'000 ausgewachsene Zuchtschnecken der Art Helix pomatia auf einer Fläche von 0.3 Hektaren. Die Schnecken haben sich fortgepflanzt und es sind viele Jungschnecken dazugekommen. Die Fläche wurde erweitert und die Schnecken befinden sich in Parzellen, welche ca. 6 m mal 45 m gross sind.

Jungtieraufzucht

Seit 2014 werden die Jungtiere in einem geschützten Bereich aufgezogen. Die Eiablage erfolgt im Erdreich und werden nach ein paar Monaten ins freie Feld übersiedelt.

Boden- und Futterqualität

Ausgesprochen wichtig für eine erfolgreiche Zucht sind de gute Boden- und Futterqualität. Der Untergrund sollte in einem neutralen bis schwach basischen pH-Bereich liegen, Kalk, aber nicht zu viele Bodengase enthalten. Solche Bodengase entstehen, wenn Grünpflanzen anfangen sich zu zersetzen oder der Pflanzenwuchs zu hoch ist um eine ausreichende Lüftung der Parzellen zu gewährleisten.

Ist kein oder nur sehr wenig Kalk vorhanden, wird auch mit Kalksubstanzen nachgeholfen. Die Erde darf nicht zu lehmig aber auch nicht zu sandig sein. Da in den Parzellen nicht nur die Schnecken leben, sondern auch deren Futter gedeihen soll, muss der Boden einerseits fruchtbar sein, also Nährionen wie Phosphat und Nitrat enthalten, andererseits aber auch, kalkreich und neutral sein.

Auf dem Riethof  ist der Boden sehr fruchtbar, die Pflanzen (und Schnecken) wachsen äusserst gut. Doch die Erde (mit Champignon-Erde angereicherter) war etwas zu "frisch".

Versorgt werden die Schnecken mit verschiedenen Frischpflanzen, welche speziell in den Parzellen der Schnecken angesät werden. Die Aussaat besteht aus Kohl, Salat, Mangold und auch Klee und reicht für eine Saison. Die Weinbergschnecken mögen Karotten in der Regel sehr, diese sind aber im Vergleich zu anderem Gemüse relativ teuer.

Im Winter müssen die Schnecken nicht mit Futter versorgt werden, sie verkriechen sich in die Erde und deckeln sich ein. Im Winterschlaf fressen sie nichts mehr.

 

Pflege

Weinbergschnecken lieben Feuchtigkeit. Für Ihren Flüssigkeitsbedarf reicht ihnen schon der Morgentau. Ist es aber sehr trocken werden die Parzellen bewässert.

Unterschlupf und Schattenplätze bieten die Pflanzen. Der Klee, der von den Schnecken nicht gefressen wird, dient vor allem als Schutz für die Jungschnecken. Ein weiterer Vorteil des Klees ist auch, dass die Erde unter ihm lange feucht bleibt.

Die Tiere sind pflegeleicht. Die Gehege müssen beispielsweise nicht "ausgemistet werden". Es wäre auch gar nicht möglich , jeden Tag den Kot von 15'000 Schnecken zu entsorgen. Aufwendiger ist die Arbeit mit den Pflanzen, denn diese müssen regelmässig geschnitten werden. Das Schnittgut wird in den Parzellen belassen, sie können wieder zu Humus werden.

Schutzmassnahmen

Damit die Schnecken nicht entkommen können, haben wir einen speziellen Schneckenzaun installiert. Er besteht aus Kunsstoff und besitzt kleine Löcher (wie ein Mandarinen-Netz). Die Lamellen stellen für die Schnecken ein Hinderniss dar.

Sollte es trotz aller Massnahmen doch einer Schnecke gelingen, über die Umzäunung zu kriechen, wird sie von Hand wieder ins Gehege gelegt.

 

Der alle Parzellen umgebene Aussenzaun, welcher Eindringlinge wie Mäuse oder Igel fern hält, besteht aus verzinktem Stahlblech und ist im Boden verankert. Dadurch entsteht unter der Erdoberfläche ein sttisches Feld im Niedervoltbereich. Ähnlich wie ein Elektrozaun schützt dieses Blech bzw. das elektrische Feld die Schnecken von den oben genannten Feinden.

 

Im Gehege, das heisst auf der Erdoberfläche, sind vereinzelt Mausefallen aufgestellt. Damit nicht etwa Schnecken, sondern eben Mäuse in die Fallen gehen, werden die Mausefallen in schwarze Rohre (Produkt von den Netzen) gelegt und sind so ein wenig vom Erdboden, wo sich die Schnecken aufhalten, abgeschirmt.