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| | Die Weinbergschnecke | |  | Die Weinbergschnecke ist ein bekannter Vertreter der heimischen Tierwelt, auf- grund ihrer Größe auch mit dem bloßen Auge leicht zu erkennen und ihr Anblick ist uns daher von manch einem Spaziergang am Abend oder am frühen Morgen ver- traut. Schnecken allgemein sind heute vielfach nur als Gartenschädlinge und als Ziel für Giftattacken bekannt. Außerhalb wissen- schaftlicher Kreise weit weniger bekannt ist, dass es Schnecken gibt, die keine Pflanzen fressen, oder, wie die Wein- bergschnecke, keine Garten- schädlinge sind, auch wenn sie, wie ihr Name sagt, manchmal in Kulturanlagen (Weinbergen) vorkommen.
Die Biologie der Weinbergschnecke ist ein faszinierendes Kapitel der heimischen Naturgeschichte. Denn wer hätte gedacht, dass Weinbergschnecken Tausende von Zähnen besitzen, aber nur einen Fuß, mit dem sie dafür aber auch in Rückenlage und selbst über die schärfsten Messerklingen kriechen können?
Auch die Fortpflanzung der Weinbergschnecke bietet viele interessante Geheimnisse. Schließlich sind Weinbergschnecken bei der Paarung nicht Männchen, oder Weibchen, sondern beides, und zwar gleichzeitig. Oder dass sie dabei den Partner zu neuen Höchstleistungen anstacheln, indem sie ihm einen Kalkpfeil in den Fuß stechen?
Dass sie seit Jahrtausenden zu Speisezwecken gesammelt werden, macht die Weinbergschnecke zu einer unserer bekanntesten Tierarten. Dennoch sollte man keineswegs annehmen, dass wir alles über diese ungewöhnlichen Tiere wissen, da auch heute noch neue wissenschaftliche Entdeckungen auf dem Gebiet der Weinbergschnecken gemacht werden. |  | | | Schneckenkönige - Links gewundene Weinbergschnecken | |  | | Ein anderes, äußerst seltenes Phänomen ist besonders bei Weinbergschnecken (Helix pomatia) sehr gut dokumentiert. Unter mehreren tausend arttypisch rechts gewundenen Exemplaren findet sich dort manchmal ein einzelnes links gewundenes Exemplar. Solche überaus seltenen links gewundenen Exemplare bezeichnet man im Volksmund als Schneckenkönig.
Die Windungsrichtung von Schneckenschalen ist natürlich genetisch festgelegt. Aufgrund der großen Seltenheit links gewundener Weinbergschnecken könnte man natürlich davon ausgehen, dass es sich um einen herkömmlichen dominant-rezessiven Erbgang handelt und das Merkmal "links gewunden" eben das rezessive Merkmal ist, das bei Mischerbigkeit vom dominanten Wildtyp-Merkmal (man spricht von Allelen) unterdrückt wird.
(Text: Robert Nordsieck)
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|  | | | Die Freiland - Schneckenzucht | |  | In früheren Jahren wurden viele Zuchtanlagen schon nach kurzer Zeit erfolglos wieder geschlossen. Ursache hierfür war u.a., dass die Züchter zwar Schnecken bester Fleischqualität einsetzten, aber nicht die biologischen Charakteristiken der Tiere berücksichtigten, insbesondere das Verhalten in der Gefangenschaft.
Dies erforderte ein Umdenken: Die bisher üblichen Tiere konnten nicht mehr verwendet werden, es mussten neue Arten gefunden und gezüchtet werden, neue Zuchtmethoden und Anlagen mussten erschlossen werden.
Aufgrund der reichhaltigen Vielfalt der Schneckenarten in unserer freien Natur wurden aufwendige Verfahren, mit dem Ziel geeignete Zuchtschnecken zu finden, in den letzten Jahren durchgeführt. Drei Schneckenarten haben sich besonderes hervor, die u.a. auch für ein Leben in Zuchtanlagen (Parzellen) geeignet sind. |  | | | Helix Pomatia | |  | | Sie wird auch Vignaiola bianca genannt, in Frankreich kennt man sie als Gros-blanc oder Escargot de Bourgogne, weil sie häufig in dieser Gegend vertreten ist, und in Deutschland ist sie als Weinbergschnecke bekannt. In der freien Natur findet man sie nur in Gebieten, die nicht vom Meer und dessen Winde beeinflusst werden. Ihre Fähigkeit, sich an die verschiedensten klimatischen Verhältnissen anzupassen hat bewirkt, dass sehr viele verschiedene Arten dieser Gattung in Norditalien und in den Alpen vertreten sind. In Deutschland ist die Pomatia in fast allen Regionen in freier Natur vertreten. Ein Beweis, dass die klimatischen Voraussetzungen für bundesweite Zuchtanlagen gegeben sind. Die Helix Pomatia war einst eine der meist genützten Schnecken in den italienischen Zuchtanlagen. Die stetig wachsende Nachfrage nach Schnecken war die hauptsächliche Ursache dafür, dass sie von der Aspersa (kürzere Zuchtzyklen) verdrängt wurde. Jedoch ist das Fleisch der Pomatia aufgrund ihre längeren Wachstumszeiten ( bis zu 24 Monate um geschlechtsreif zu werden) wohl das geschmackvollste und das meistgesuchteste |  | | | Helix Aspersa | |  | | Im italienischen wird sie auch mit den Namen Zigrinata oder Maruzza betitelt, in Frankreich dagegen Petit-gris oder Chagrine, in Spanien ist sie als Caracolas bekannt. Sie ist die meist verbreitete Schneckenart im mediterranen Bereich mit Meereseinflüssen. Diese Schnecke mit ihrer konischen Form hat ein oben sehr gewölbtes und unten sehr breites Schneckenhaus mit 3-4 Spiralen. Diese Schneckenart wird in über 70% der Zuchtanlagen in Italien gezüchtet. Sie wird von Schneckenzüchtern bevorzugt, weil sie außergewöhnlich schnell wächst und schon innerhalb 12 Monaten geschlechtsreif ist. Ein anderer Grund ist auch die schnelle Fortpflanzung (bei 2 Zyklen - fast 120 Eier im Jahr). |
|  | | | Helix Lucorum | |  | | In Italien Vignola scura genannt, hat fast die gleiche Größe wie die Helix Pomatia, hat aber eine dunklere Fleischfarbe. Das Schneckenhaus hat eine abgerundete Globusform und zeichnet sich mit 4 sehr farbigen Spiralen aus (braun mit vielen dunkleren Steifen). Sie ist eine typische italienische Landschnecke, die sich gut den verschiedensten mediterranen Bedingungen anpasst.
Fotos und Text von www.schneckenfarming.de |
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