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| | Feiern im Schneckentempo | |  | | Das Schneckenfest lockte zum siebten Male viele Besucher an und sorgte mit Musik, Schneckenrennen und spannenden Führungen für ein unterhaltsames Wochenende.
ELGG – Mit nur 50 Zentimeter Abstand auf seine Mitstreiter schaffte es die Nummer sechs nach einem Zweikampf ins Ziel. Man muss vielleicht noch erwähnen, dass zwischen dem halben Meter eine knappe Viertelstunde dazwischen lag. Gespannt feuerten die Besucher des siebten Schenckenfestes „ihren“ Kriecher beim Schneckenrennen an. Daneben führte Armin Bähler Interessierte durch die 26 Parzellen der Schneckenzucht und erzählte jede Menge spannende Geschichten über die Tierchen. „Ich kam extra aus dem Aargau nach Elgg, um das Schneckenfest zu besuchen“, erzählt Katharina Frei. Sie selbst besitzt eine Muni Zucht und ist am überlegen, ob sie sich selbst Schnecken zutun soll. „Schweizer Bauern werden immer innovativer. Da muss ich mithalten“, lacht sie. Ruedi Merz gefallen solche Dorffeste und er ist sich sicher, dass die Leute das Schneckenfest zu schätzen wissen. „Man trifft einander und geniesst die tolle Musik“, findet auch seine Frau Vreni. In der Zwischenzeit nimmt sich ein Besucher etwas skeptisch einen Kräcker mit Schneckenaufstrich drauf. Zögerlich steckt er es in den Mund und der cremige Kräuter-Geschmack entlockt ihm ein herzhaftes „Mmmh“. Armin Bähler schaut zu und lacht. „Wir sind sehr zufrieden mit dem diesjährigen Schneckenfest. Alle haben ihren Spass und die paar Regentropfen am Samstag gehören einfach zum Schneckenfest dazu.“
Desirée Müller
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|  | | | Die Schnecken im Winterschlaf | |  |  | Armin Bähler mit seinen über 100'000 Gefangenen, kurz bevor sie dei Freitheit des sich Vollfressens wieder geniessen. 20'000 werden für eine beschleunigte Zucht schon früher geweckt.
Bild: Peter Zinggeler |
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| Elgger Zeitung, 10. März 2011 - Peter Zinggeler
Auf der Schneckenfarm ist die Schnecke nicht gleich Schnecke. Abgesehen von den unerwünschten Nahrungskonkurrenten, den gefrässigen Nacktschnecken, fressen sich auf dem Riethof Weinbergschnecken (Helix Pomatia) und gefleckte Weinbergschnecken (Helix Aspersa) durch ein Grünfutter-Paradies. Nur wartet am Ende des paradiesischen Weges das Schneckenpfännchen.
ELGG – Den zwei Familien Hansueli und Armin Bähler geht die Arbeit auch im Winter nicht aus, obwohl die Schnecken ihre Aktivitäten bis auf wenige Herzschläge pro Minute und etwas Darmtätigkeit eingestellt haben.
Eine Jungtierstation wird aufgebaut und 20'000 ausgewachsene gefleckte Schnecken in einer Treibhausatmosphäre geweckt. Einmal satt gefressen, beginnen sie sich sehr schnell zu paaren. Schon im Mai können die kleinen Schleimerchen aufs Feld gebracht werden. Damit alles bereit ist, müssen bei den 26 Parzellen noch Trennnetze hochgezogen und 200 Schwartenbretter je Parzelle ausgelegt werden. Schnecken lieben Feuchtigkeit und kriechen lieber unter die Bretter, statt sich von der Sonne rösten zu lassen.
Zwei verschiedene Überlebensstrategien im Winter
Auf den Parzellen von je 5 auf 26 Metern in der Gesamtgrösse von zwei Fussballfeldern befinden sich die Weinbergschnecken (Helix Pomatia) noch in der Winterstarre. Die ersten haben sich, schon Ende September und der Rest im Oktober in eine Erdmulde eingegraben und ihr tragbares Haus zugedeckelt mit einer ein bis zwei Millimeter dicken Kalkschicht. Entwässerung, Luftpolster und chemische Veränderungen im Innern der Schnecke sorgen dafür, dass sie nicht abfriert. Armin Bähler schätzt den Bestand der Delikatess-Schneckenart im Feld auf ungefähr viertausend Exemplare. Es wäre eine schlechte Frühlingsüberraschung, hätten die Schnecken, angeregt durch die milden Temperaturen, ihren Deckel schon mit ihrem Fuss weggedrückt. Einen zweiten Deckel könnten sie nämlich nicht mehr bilden. Doch sind nicht nur milde Aussentemperaturen dafür verantwortlich, dass das Schneckenleben wieder in Gang kommt. Auch der Boden muss aufgewärmt sein. Die zweite Schneckeart, die gefleckten Weinbergschnecken, die im Mittelmeerraum, aber auch in den atlantischen Küstengebieten heimisch sind, könnten bei tiefen Wintertemperaturen nicht überleben. Sie schliessen die Schalenmündung nur mit einer dünnen Membran, einer Schleimfolie. Die gleiche Membran bilden die Schnecken, um sich im Sommer vor dem Austrocknen (Trockenruhe) zu schützen. Die Gefleckten werden im Herbst eingesammelt. In feinmaschigen Säcken überwintern sie bei einer Raumtemperatur von 0 bis 4 Grad. Hundert Säcke hängen an der Decke. In jedem Sack sind 1000 bis 1500 Schnecken. Begonnen haben die Bählers mal mit 1000 Schnecken. Die Ansammlung von heute weit über 100'000 Weichtieren in einem Raum ist nicht gerade geruchsarm. Im Pfännchen jedenfalls riechen Sie aromatischer.
Die Natur hat nicht für alle den gleichen Takt
Mit Beginn der Vegetationsperiode entwickelt sich der Löwenzahn, das Hauptfuttermittel, schnell in der Frühlingswärme. Im April werden die gefleckten Schnecken auf die Parzellen verteilt. Eine Vermischung von Pomatia und Aspersa findet nicht statt. Ihre Sexualstrategien, obwohl beide Arten Zwitter sind, unterscheiden sich. Richten sich die einheimischen Weinbergschnecken bei der gegenseitigen Übergabe ihrer Samenpakete aneinander auf, so vollzieht sich das Liebesspiel der anderen Art bequemer im nebeneinander Liegen.
Für die Zucht wichtiger ist die Entwicklung der kleinen gefleckten Schleimer. Die Mediterranen schlagen ein horrendes Tempo an. Können sie doch schon innerhalb eines Jahres eine pfännchengerechte Grösse erreichen. Die einheimische Art (Helix Pomatia) benötigt dafür drei Jahre. Dadurch ist sie auch stärker gefährdet: durch Fressfeinde wie Mäuse, Igel, Füchse, Vögel oder Winterturbulenzen. Für die Gastronomie sind deshalb diese Schnecken von geringerer Bedeutung. Interessant jedoch als Koseschnecken, die mit einer Nummer versehen, einem Schneckenpaten gehören und niemals im Pfännchen landen.
Die Zukunft sieht „schneckig“ aus
Im letzten Jahr zählte die Farm 1600 Besucher und zusätzlich 400 am Schneckenfest im August. Die Nachfrage nach Schnecken ist grösser als das Angebot. In der Kartei sind 30 Restaurants gespeichert, die je nach Bedarf mit Schnecken beliefert werden. Für eine Ladenkette würde die letztjährige Produktion von 250 Kilogramm nicht ausreichen.
Die Familien Bähler sind die einzigen Schnecken-Produzenten in der Schweiz, die frische, schon verarbeitete Schnecken liefern. Sie hoffen, im nächsten Jahr mehr, nämlich zwei Tonnen produzieren zu können. Aber schon eine Tonne wäre ok, wie Armin Bähler versicherte.
Die Betriebsbewilligung galt bisher für sechs Monate. Mit der Ausdehnung auf zehn Monate könnte die ganze Infrastruktur mit „Schnäggehüsli“ und kulinarischem Angebot besser genutzt werden. Armin Bähler wäre dann nicht nur während sechs Monaten ausgelastet. Ziel wäre, die Führungen dank einer Leinwandpräsentation bis in den November auszudehnen.
Der Winterschlaf für die Schneckenfarm endet in diesem Jahr am 30. April mit einem Schnecken-Götti-Apéro. Am ersten Mai ist offizielle Saisoneröffnung.
PETER ZINGGELER |
|  | | | Schneckenwetter für das Schneckenfest | |  |  | | Nöggi begeisterte mit seinem Auftritt und dem "Schnäggehuus-Blues" |
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|  | | Das Schneckenfest 2010 bot wiederum beste Unterhaltung. |
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|  | | Armin Bähler bei der Zubereitung eines Schneckenpfänchens |
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| Elgger Zeitung, 31. August 2010 - Peter Mesmer
Obwohl oder wegen der garstigen Witterung war der siebten Austragung des «Elgger Schäggefäschts» wiederum ein schöner Erfolg beschieden.
ELGG – Armin Bähler zog am Sonntagabend mit seinem Helferteam eine überaus erfreuliche Bilanz: «Trotz oder halt eben wegen des feuchten Schneckenwetters haben uns erfreulich viele Besucherinnen und Besucher beehrt und einige schöne Stunden bei uns verlebt.»
Helix Pomatia und Aspersa Am Samstag und Sonntag herrschte auf der Schneckenfarm der Familie Bähler ein kunterbuntes Treiben. Herrlich mundenden Schnecken mit feinster Kräuterbutter aus dem Pfännli, Grillwürste, Pommes und Selbstgebackenes sowie Tranksame jeder Art sorgten für das leibliche Wohl der gutgelaunten Gäste Am Nachmittag genoss man den Auftritt der Humbergfreunde und am Abend sorgten die Chicken Cage mit ihrem Country-Sound für eine Superstimmung. Am Sonntag folgte am Frühschoppen der Auftritt von Stimmungsmacher und Blödelbarde Nöggi. Das Zürcher Orginal drängte mit witzigen Geschichten und tollen Liedern die Zig-Tausend Schnecken der Farm für einige Zeit in den Hintergrund. Gross war der Jubel des Publikums als er den eigens getexteten und komponierten «Schnäggähuus-Blues» und seinen grossen Hit «I bi verliebt i Züri» ertönen liess. Selbstkritisch gab er mit einem Spruch sogar den Zustand seines Innersten preis: «Wo früher meine Leber war, befindet sich heute eine Mini-Bar.»
Erstmals mit einem Frühschoppen Elgg hat mit der Schneckenfarm eine Attraktion, mit der kaum eine andere Gemeinde der Schweiz aufwarten kann. Dazu kommt das beliebte und so besondere Schneckenfest, welches bisher bei jeder Austragung, nebst kulinarischen Freuden beste Unterhaltung und Stimmung bot. Schade, dass nun wieder ein ganzes Jahr gewartet werden muss, bis das die achte Auflage des Festes der Kriechtiere auf dem Programm steht.
PETER MESMER
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|  | | | Über 3000 feine “ElggerSchnäggli” vertilgt | |  |  | Schneckenzüchter Armin Bähler freut sich über den Erfolg des sechsten Elgger „Schnäggä-Feschtes“.
Bild: Peter Mesmer
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| Elgger Zeitung, 27. August 2009 - Peter Mesmer
Zum bereits sechsten Mal fand am vergangenen Samstag in der Schneckenfarm Elgg, das von Familie Bähler hervorragend organisierte „Schnäggä-Fescht“ statt. Für beste musikalische Unterhaltung sorgten die „Humbergfreunde“, das Duo „Vreni & Maria“ sowie die Countryband „Chicken Cage“.
ELGG – Als die Familie Bähler auf dem Riethof im Jahr 2004 eine Schneckenzuchtbetrieb eröffnete, glaubten wahrscheinlich nur wenige Elggerinnen und Elgger an den Erfolg des bei uns zuvor wenig bekannten Geschäftsmodells. Fünf Jahre später sieht alles anders aus. Die Elgger Schneckenfarm hat sich sehr erfolgreich entwickelt. Die Nachfragen aus der Gastronomie und von privaten Liebhabern können kaum gedeckt werden, und in diesem Jahr haben an diversen Führungen bereits über 1000 Personen die Schneckenfarm besucht. Vom grossen Interesse an den Schnecken kann in Sachen Popularität somit auch das Städtchen Elgg einiges profitieren.
Immer weniger Skepsis Das sechste „Elgger Schnäggä-Fescht“ erwies sich wiederum als Publikumsmagnet. Armin Bähler zeigte sich sehr zufrieden. „Ab dem späteren Samstagnachmittag hatten wir die Hütte voll. Es herrschte einesSuperstimmung und unsere Schnecken gingen weg wie warme ‘Weggli’.“ Begonnen habe das Fest, damals vor sechs Jahren, in äusserst bescheidenem Rahmen, erzählt der innovative Schneckenzüchter: „Ich kann mich noch gut erinnern. Die Leute waren eher skeptisch. Viele wagten es kaum die feine Delikatesse zu probieren.“ Das habe sich im Laufe der Zeit rigoros geändert. Bähler geht davon aus, dass am diesjährigen Fest über 500 Schneckenportionen vertilgt worden sind. Bei 500 „Schnäggä-Pfändli“ à sechs Schnecken macht das total 3000 Stück. Wenn das kein Erfolg ist! Für kulinarisch wenig experimentierfreudige Zeitgenossen hatte es natürlich auch Alternativen vom Grill und Pommes im Angebot. Hunger und Durst leiden musste an diesem Samstag auf der Schneckenfarm garantiert niemand. Und auch für Informationen und Vergnügungen war gesorgt. Im Mittelpunkt aller Aktivitäten stand selbstverständlich die Weinbergschnecke – sei es bei den fachkundigen Führungen oder beim Schneckenrennen, dass nicht nur die Kinder faszinierte und erfreute.
Butterzart und würzigfein Tatsächlich mundeten die mit Riethof-Kräuterbutter überbackenen Elgger Schnecken hervorragend – butterzart im Biss und würzigfein im Geschmack. Auf dem Riethof in Elgg werden die Weinbergschnecken auf einer Fläche von 13'000 Quadratmetern artgerecht gehalten. Die gute Boden- und Futterqualität und die intensive Pflege sind Garanten für ein hochwertiges Produkt, das immer mehr Liebhaber findet. Vor allem die Nachfrage aus der Gastronomie ist gross. Dazu sagt Armin Bähler: „Momentan können wir pro Monat gut 2000 Schnecken frisch verarbeiten. Kaum fertig gestellt, wird diese Ware von unserer Stammkundschaft geordert und ist dann auch schon weg. Dazu müssen wir natürlich auch noch ein gewisses Quantum zurückbehalten, da bei den vielen Führungen und Apéros, die wir anbieten, unsere Gäste natürlich ebenfalls immer wieder gerne ein Glas Elgger Schnecken als Erinnerung mit nach Hause nehmen.“
„Escargots gris“ Dass die Nachfrage grösser ist, als das Angebot, schaut auf den ersten Blick nach einem Luxusproblem aus. Natürlich sei es so besser, als umgekehrt, findet auch Armin Bähler. Bedauerlich sei jetzt halt aber noch mehr der grosse Rückschlag, den sie vor zwei Jahren erlitten hätten. Beim Hochwasser anfangs August 2007 ist gut die Hälfte des damaligen Gesamtschneckenbestandes, etwa 400'000 Stück, ertrunken. „Darunter leiden wir bis heute. Ohne diese Katastrophe könnten wir heute auf gut und gerne 50'000 ausgereifte Exemplare mehr zurückgreifen“, ärgert sich Bähler immer noch. Jammern nütze aber bekanntlich nichts, meint er dann sofort. Es gelte jetzt optimistisch in die Zukunft zu blicken. Nächstens würden sie auf ihrer Farm ein Experiment mit einer zweiten Schneckenart starten. „Wir wollen nun neben der mitteleuropäischen Weinbergschnecke auch die kleinere südeuropäische Weinbergschnecke züchten. Bisher habe man geglaubt, dass diese Tierchen für unser Klima ungeeignet seien. Erste Versuche hätten nun aber gezeigt, dass sich die „escargots gris“, wie sie auch genannt werden, in unseren Gefilden ebenfalls prächtig entwickeln können. „Da die kleinen Weinbergschnecken viel schneller verzehrbereit sind, könnten unsere Lieferengpässe schon bald der Vergangenheit angehören“, zeigt sich Armin Bähler optimistisch.
PETER MESMER |
|  | | | Eine Delikatesse der Spitzenklasse | |  |  | | Das fröhliche Elgger Schnecken-Team anlässlich der Eröffnung des " Schnäggä-Lädelis" |
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| Elgger Zeitung, 22. Januar 2008 - von Peter Mesmer Eröffnung des ersten "Schnäggä-Lädelis" der Schweiz Die Elgger Schneckenzuchtfamilie Bähler eröffnete am vergangenen Samstag auf dem Riethof mit einem ?Tag der offenen Tür? das erste ?Schnägge-Lädeli? der Schweiz.
(mes) Weinbergschnecken sind beschauliche, sympathische und gerngesehene Kriechtiere. Mit diesen Eigenschaften passen sie bestens ins gemütliche Dörfchen Elgg, wo die Bewohner, fernab der hektischen Betriebsamkeit der Stadt, eine hohe Lebensqualität geniessen. Die Familie Bähler betreibt ihre Schneckenzucht auf dem Riethof nun schon im vierten Jahr. Die langsamen Elgger Kriecher haben ihrem Heimatdorf in dieser Zeit hohe Präsenz in den Medien beschert. Niemand hätte jemals gedacht, dass die kleinen Tierchen nicht nur Gourmets das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen, sondern als Werbeträger auch wirksames Standortmarketing für Elgg betreiben.
Im Winterschlaf Über den Elgger Riethof und die Schweizer Schneckenzuchtpioniere, die Familie Bähler, ist seit der Gründung ihrer Schneckenfarm im Jahr 2004, schon so mancher positive Bericht in den Medien erschienen. Die Elgger ?Schnäggli? haben den Bekanntheitsgrad des kleinen Dorfes im oberen Eulachtal tatsächlich schweizweit erhöht. Zur Zeit befinden sich die Elgger Schnecken allerdings im tiefsten Winterschlaf. Zirka 30 000 Mutter- und 600 000 Jungtiere haben sich in die Erde verkrochen und warten auf den Frühling. Im Gegensatz zu ihren Schützlingen waren Bählers in den vergangenen Wochen aber sehr aktiv. Im Riethof richteten sie einen kleinen und feinen Laden ein, wo die Kundschaft nun die hauseigenen, ohne Konservierungsstoffe selbst eingemachten Weinbergschnecken in diversen Glasgrössen kaufen kann. Nebst dem Hauptprodukt, den geschmacklich und qualitativ hervorragenden Elgger Weinbergschnecken, findet man im ?Hoflädeli? auch diverse Koch- und Fachbücher rund um die Kriechtiere sowie leere Häuschen als Servierbehälter oder zum Basteln. Einige kleine Geschenkideen mit Schneckenhäuschen stammen aus der Bastelstube von Mutter Bähler. Sie stehen ebenfalls zum Verkauf. Und wer ein ?Schnäggä-Pfännli? sucht, in dem man in der Gastronomie die Weinbergschnecken mit feinstem Kräuterbutter überbacken serviert, der wird im neuen ?Lädeli? ebenfalls fündig.
Hervorragende Qualität Viele Elggerinnen und Elgger sind am Samstagmittag der Einladung auf den Riethof gefolgt, um aus erster Hand über die neuesten Aktivitäten rund um die Elgger Schnecken informiert zu werden. Grosszügig versorgten Margrit, Carmen, Hansueli und Armin Bähler zusammen mit ihren Helfern die interessierten Gäste. Diese konnten sich gleich selber von der hervorragenden Qualität der wunderbar zarten, geschmacklich sehr feinen ?Helix Pomatia?, so der lateinische Name dieser Weinbergschneckensorte, überzeugen. Kein Wunder, dass Armin Bähler heute schon einige renommierte Gastronomiebetriebe zu seinen zufriedenen Kunden zählen darf. ?Wir freuen uns sehr, dass unsere Schnecken bei Kennern sehr beliebt sind. Wir bekommen immer mehr Anfragen von Speiserestaurants, die unsere Delikatesse gerne auf ihre Speisekarte setzen wollen?, freut sich Armin Bähler über die ausgezeichnete Resonanz. Momentan müsse er seine Weinbergschnecken aber noch vorsichtig disponieren. Man wisse halt nicht genau, wieviele Tiere den Winter überleben würden. Auf keinen Fall dürfe es in der Gastronomie zu Lieferengpässen kommen. Darum forciere er zur Zeit noch nichts. Mit der Ernte im letzten Herbst war Armin Bähler aber sehr zufrieden. Über 120 Kilogramm des zarten Schneckenfleischs sind verarbeitet worden. Somit hält das Elgger ?Schnäggä-Lädeli? für private Feinschmecker also einen genügend grossen Vorrat bereit.
Viel zu tun Schnecken werden seit Jahrtausenden zu Speisezwecken gesammelt. Weinbergschnecken bereichern den Nahrungsmittelmarkt. Sie sind ein besonders nahrhaftes und gesundes Produkt, das auf vielfältige Art und Weise zubereitet werden kann. Weinbergschnecken waren bisher vor allem tiefgefroren oder als Konserve erhältlich. Bei den Elgger Schnecken hat der Konsument nun die Gewähr, dass die Tiere artgerecht gehalten und frisch verarbeitet werden. Die Familie Bähler wird in den kommenden Monaten die Verarbeitungsküche, welche sich im ehemaligen Stall befindet, ausbauen und optimieren. Mit dem Frühlingserwachen beginnt dann wieder die Arbeit auf den Schneckenparzellen. Sobald die ersten Sonnenstrahlen auf die Felder scheinen, werden die Kriecher wieder aktiv. Aber Achtung: Wenn sie zu früh an die Oberfläche steigen, können sie erfrieren. Das Schneckenleben beginnt im Frühjahr mit einer ausgiebigen Mahlzeit. Zuerst futtern sich die langsamen Delikatessen Speck an. Danach kommt das Sexualleben in Schwung. Weinbergschnecken sind nach zwei bis drei Jahren geschlechtsreif und pflanzen sich zweimal jährlich fort. Nach dem Liebesspiel der Zwitterwesen dauert es drei Wochen, bis jede Schnecke etwa 40 erbsengrosse Eier fünf bis zehn Zentimeter tief in die Erde legt. Weitere drei Wochen dauert es, bis der Schneckennachwuchs schlüpft.
Das ?Schnäggä-Lädeli ist jeweils am Mittwoch, von 14 bis 18 Uhr und am Samstag, von 9 bis 14 Uhr geöffnet. Die Familie Bähler empfiehlt ihren Betrieb aber auch für interessante Besichtigungen. ?Erleben, beobachten und staunen? lautet das Motto der Gruppenführungen, welche für Vereine, Firmen und Private angeboten werden. Begleitet von fachkundigen Informationen kann die gesamte Zuchtanlage auf dem Riethof besichtigt werden. Im ?Schnäggehüsli? können danach beim Apéro Schnecken degustiert oder nach Absprache auch anderweitige kulinarische Köstlichkeiten genossen werden.
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